29.08.2019 von Symposium Feines Essen + Trinken in Shopper-Trends

Nachhaltige Clean-Food-Konzepte auf Erfolgskurs

Mit dem Generationswechsel steht die Foodindustrie an einem Scheideweg. Immer weniger Konsumenten akzeptierten minderwertige Produkte, die mit vielen Zusätzen versehen wurden. Masse statt Klasse war gestern, heute zählen Transparenz in der Herstellung, hochwertige Qualität der verwendeten Produkte, ressourcen- und umweltschonende Erzeugung und Verpackung. Das Gesundheitsbewusstsein ist gestiegen. Clean-Food liegt im Trend, das heißt Verzicht auf alle nachträglich zugesetzten Stoffe wie Zucker, Geschmacksverstärker, Farbstoffe, Konservierungsstoffe. Eine zu starke Verarbeitung der Produkte soll vermieden werden. Auch auf Regionalität im Anbau wird immer mehr Wert gelegt. Gleichzeitig haben immer weniger Menschen Zeit selber zu kochen. Neue hochwertige, nachhaltige, schmackhafte Fertig-Produkte, inklusive Waste-Management, müssen entwickelt werden. Keine leichte Aufgabe für die Lebensmittelbranche.

„We need a change when it comes to food! How? Don’t put shit in it.“
Lieven Vanlommel, CEO, Foodmaker

Lieven Vanlommel ist ein belgischer Foodvisionär und stellte seine gesunden, nachhaltigen Convenience-Produkte auf der Fachtagung des Symposium Feines Essen + Trinken 2019 vor. Im Rahmen der Best Practices von Gastromomiekonzepte im LEH betonte er die Wichtigkeit von gesunder Ernährung und fordert: „Great food for great people“.

Der leidenschaftliche Entrepreneur stammt aus einer Familie von Unternehmern: sein Urgroßvater war Gemüsehändler, sein Großvater hatte einen Supermarkt und seine Mutter verkaufte gesunde Salate. Vanlommel ist die Liebe zu frischen Lebensmitteln in die Wiege gelegt worden und er ist angetreten, die Foodindustrie zu revolutionieren.

Mit der Gründung von zwei gesunden Foodketten – Starmeal und Foodmaker – hat er bewiesen, dass es möglich ist frische, gesunde Convenience-Produkte herzustellen, die hauptsächlich auf Pflanzen basieren und ohne zusätzlichen Zucker, Zusätze und Konservierungsstoffe auskommen. Doch der Weg dahin war nicht leicht. In seinem Impulsvortrag berichtet Vanlommel von Schwierigkeiten. Immer wieder wurde ihm vorgeschlagen, durch die Zugabe von Konservierungsstoffen die Haltbarkeit seiner Produkte zu verlängern. Dies hat Vanlommel konsequent verweigert und nach einer Lösung gesucht. Dank der firmeneigenen ökologischen Farm ist es ihm gelungen, die Produktionswege so kurz wie möglich zu halten. Von dem Feld geht es direkt zur Verarbeitung. Nach der Fertigstellung wird das Essen sofort an die Verkaufsflächen und Restaurants geliefert.

„Why we work so healthy? It isn’t that I want to be the healthy boy. No, it is all about taste. If you make a nice salad and you put some ketchup on it. There is just the taste of ketchup left. You don´t taste the vegetables any more. So for us, it is important, that we make real food.“
Lieven Vanlommel, CEO, Foodmaker

 Bei seinen Produkten legt der Belgier Wert auf Qualität und Geschmack – keine Geschmacksverstärker, aber auch kein Ketchup und keine Mayonaise. Stattdessen sucht er nach gesunden Alternativen, fertigt Salatsoßen aus lebendigen Joghurt-Kulturen und reichert sie mit zahlreichen Gewürzen an. Auch im Bereich Waste-Management wählt er ressourcenschonende Alternativen: Die Verpackung der Foodmaker-Produkte besteht teilweise schon aus essbaren Materialien, und die Lebensmittel, die in Foodmaker-Restaurants nicht verkauft werden, kommen bedürftigen Menschen zugute.

Die Botschaft von Vanlommel ist bei Handel und Consumer angekommen. Die Unternehmen Foodmaker und Starmeal sind stark gewachsen und expandieren. Mehrere Kooperationen mit großen Supermarktketten, Hotelketten, einer Fluglinie, sowie 12 eigene Flagshipstores in Belgien und einer in Paris krönen jahrelange Mühen mit Erfolg.

„Wir müssen etwas ändern. Als ich 18 war, träumte ich davon, dass sich jeder gesundes Essen leisten kann. Das war vor 20 Jahren und ich denke, es ist heute wichtiger denn je sich dafür einzusetzen.“
Lieven Vanlommel, CEO, Foodmaker

Doch damit will Vanlommel sich nicht zufriedengeben. Sein Ziel ist eine Gesellschaft, in der jeder die Möglichkeit hat, sich gesund zu ernähren. Kantinen, Schulen und öffentliche Einrichtungen müssen vorangehen, für eine Verbesserung der Ernährung sorgen und diese einer möglichst breiten Masse von Menschen zugänglich machen. Der Food-Pionier erklärt, dass die Kostenfrage oft vorgeschoben wird und es mehr um Verhaltensänderung geht. Zum Beweis rechnet er vor, dass Fleischbällchen drei Euro pro Portion kosten und ein Liter Suppe nur ein Euro. Hier ist Umdenken und ein Kurswechsel gefragt, der nicht nur von der Lebensmittelindustrie und dem Handel, sondern auch von der Politik vorangetrieben werden muss. 

 

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  • Clean Food
  • Convenience Food
  • Health
Symposium Feines Essen + Trinken
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