13.07.2021 von Symposium Feines Essen + Trinken in Touchpoints

Der PoS wird zum Point of Sustainability

Wie effektiv und zugleich effektvoll sich Nachhaltigkeit am PoS integrieren lässt

 

 

Der Megatrend Nachhaltigkeit hat eine rasante Transformation hinter sich. Genauer: Die Definition des Begriffs und all der Chancen, die er für LEH, Industrie und Gastronomie mitbringt. Heute ist klar: Nachhaltigkeit in der Lebensmittelwirtschaft ist ein Thema, das durch die gesamte Lieferkette wächst und am PoS die schönsten Blüten trägt – wenn sie Mehrwert für den Consumer bietet. Wie das aussieht, wenn es gelingt, haben nun „Die Frisch-Nachbarn“ Edeka Stadler + Honner in Münchens Norden auf 7.500 Quadratmetern vorgemacht.

Das Konzept der Nachbarschaftlichkeit vereint am PoS gleich mehrere Ebenen der Nachhaltigkeit, deren Selbstverständlichkeit und vor allem Zugänglichkeit die Konsumenten überzeugt. Denn viele Consumer sind mittlerweile längst bereit und gewillt, nachhaltige Maßstäbe in den Alltag zu integrieren, tun sich dabei aber in ihrem Einkaufs-Radius schwer, die geeigneten Angebote in die Einkaufsroutine einzubeziehen. Genau hier haben die Frisch-Nachbarn angesetzt und mit einem authentisch-regionalen Konzept den PoS um zahlreiche Erlebnispunkte mit Nachhaltigkeitseffekt erweitert, deren Nutzen für Produkt-, Verarbeitungs-Qualität und Ressourcenschonung gleichermaßen deutlich ausfällt. Und das auf sage und schreibe 7.500 Quadratmetern Fläche.

Von nebenan: Regionalität als Bindeglied zwischen Stadt und Land
Die Nachhaltigkeit als sinnstiftendes Element zu begreifen, spielt bei den Frisch-Nachbarn eine essenzielle Rolle. So sind die verbindenden Elemente schlüssig und stringent umgesetzt: In der traditionell starken Frische dominieren besonders regionale Lieferanten, die die ländlichen Werte und Qualitäten direkt in das städtische Einzugsgebiet der Frisch-Nachbarn bringen. Und so auch die Herkunft und regionale Verbundenheit der Kaufleute widerspiegeln, deren Familie seit Generationen Lebensmittelhändler im Nieder- und Oberbayrischen waren. Doch Nachbarschaftlichkeit geht auch über den bayerischen Kontext hinaus. So setzen die Kaufleute dieselben Maßstäbe an Qualität und Regionalität bei ausgewählten internationalen Kooperationspartner an, die denselben Anspruch teilen. So setzen sie neue qualitative wie nachhaltige Highlights im Sortiment, beispielsweise mit einem handverlesenen Sortiment regional-spanischer Feinkost mit besonderem Fokus auf Tierwohl und nachhaltige Anbaubedingungen.

 

 

Das Salatfeld auf der Fläche: der Grow Tower

Kurze Lieferketten sind ein wirksamer Hebel für effektive Nachhaltigkeit. Gar kein Transportweg hingegen ist der Königsweg. Die Frisch-Nachbarn haben sich für diesen entschieden und auf einer Fläche von 120 Quadratmetern kurzerhand einen Grow Tower installiert. Hier wachsen unter den wachen Augen der Consumer frische Salate zurErntereife heran und können direkt mitgenommen werden. Mit diesem wirksamen wie effektvollen Highlight erreichen die Kaufleute die Verbindung von Transparenz, Ressourcenschonung und eine Maximierung von Qualität und Frische, die es Consumern einfach macht, nachhaltige Kaufentscheidungen zu treffen.

Ressourcen verlustfrei einsetzen

Für die Fachkräfte bedarf es keiner besonderen Schulung, der Einsatz der Grow-Technologie steuert die präzise Abgabe der benötigten Menge an Nährstoffen automatisch. Es ist also nur die Gabe von Wasser nötig, um das ideale Pflanzenwachstum zu erreichen. Grow-Tower-Partner &ever gibt eine mögliche Kapazität von täglich 20 bis 50 Kilogramm Blattgemüse an, die über die kreisrunde Anbaufläche sukzessive von innen nach außen kultiviert werden – je weiter das Wachstum fortschreitet, desto weiter wandern die Pflanzen nach außen. So wird der vergrößerte Durchmesser dem wachsenden Platzbedarf der Pflanzen gerecht. Zugleich müssen die Fachkräfte auf diese Weise die Pflanzen nicht häufig umplatzieren.

 

 

Perfektes Mikroklima für Pflanzenwachstum
Das Klima im Grow Tower steuert eine Klimazelle, die eine Anpassung des Mikroklimas an die jeweils kultivierten Pflanzen erlaubt. Auf diese Weise lässt sich die ideale Umgebung für die Pflanzen bei maximaler Energieeffizienz schaffen. Das Ergebnis: Kein Transportweg, Energieeffizienz, planbare Mengen und dadurch auch weniger Lebensmittelabfälle. 

Unverpackte Lebensmittel entlasten den Consumer von Verpackungsmüll

Die Unverpackt-Station auf der Fläche ermöglicht den Verbrauchern die Abfüllung der gewünschten Bio-Waren in der individuellen Menge und in eigene Gefäße. Getrocknete Früchte, Nüsse, Müsli, Getreide oder Bohnen lassen sich also auf die benötigte Menge konfektionieren, um ganz einfach Lebensmittelabfälle zu vermeiden und zugleich Verpackungsmaterial überflüssig zu machen. Entscheidend: Das einfache Handling, das die Consumer dabei unterstützt, das nachhaltige Service-Angebot in diesen Warengruppen wahrzunehmen.  

 

 

Nachhaltigkeit mit praktischem Nutzen verbinden

Das Beispiel der Frisch-Nachbarn zeigt, dass Nachhaltigkeit auf verschiedenen Ebenen mit einer Verbesserung des praktischen Nutzens einhergehen und dadurch schneller von den Consumern integriert werden kann. Die zusätzliche Aufwertung des PoS als Erfahrungsraum und Inspirationsgeber für eine unbeschwerte Optimierung der eigenen Öko-Bilanz schafft für Handel und Konsumenten eine Win-Win-Situation, deren Differenzierungspotenzial im Wettbewerb zunehmend Gewicht gewinnen wird.

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