19.12.2018 von Symposium Feines Essen + Trinken in Touchpoints

Die Digitalisierung der Lebensmittelbranche – ein Kulturwandel?

Wie bringt man ein traditionelles Unternehmen ins digitale Zeitalter? Man muss einen tiefgreifenden Kulturwandel einleiten. Bei Bünting, dem ursprünglichen Handelshaus für Tee und Kaffee, beschränken wir das nicht auf einzelne Kanäle – es zieht sich durch die gesamte Prozesskette des Unternehmens.

 

Gerade als Hybrid-Konzern, u.a. mit Verbrauchermärkten und Retail-Service-Dienstleistern, muss Bünting auf die Rahmenbedingungen der nahen Zukunft eingehen. Aus unserer Sicht gibt es drei Einflussfaktoren, die den Einzelhandel künftig bestimmen werden: Zeit, Lebensrhythmus und der demografische Wandel.

 

Beim Thema Zeit geht es einerseits um Reaktionszyklen des Unternehmens in der Interaktion mit den Kunden und andererseits um die Zeit des Konsumenten selbst: Wie viel Zeit möchte er einsetzen, um seinen Bedarf zu decken? Können wir ihm da einen Mehrwert bieten?

 

Auch der Lebensrhythmus spielt als Einflussgröße eine Rolle. Wann, wo und wie essen wir? Es gibt kaum noch feste Essenszeiten. Die Arbeitszeit wird immer mehr zum bestimmenden Faktor: Man isst, wenn man Zeit hat. Auch wenn man gerade unterwegs ist. Und man will jederzeit die Gelegenheit haben, das tun zu können.

 

Ein weiteres wichtiges Thema ist die demografische Entwicklung. Aktuell haben wir parallel drei verschiedene Generationen – die ältere, die digitale und die dazwischen – die wir alle auf unterschiedliche Weise ansprechen und erreichen müssen. Das ist ein Spagat.

 

Um aber – vor allem von den zukünftigen Konsumenten – wahrgenommen zu werden, müssen wir die jüngere Generation online bzw. virtuell antriggern.

Markus Buntz, Vorstandsvorsitzender, Unternehmensgruppe Bünting

 

Diese Rahmenbedingungen sind nicht statisch, sie ändern sich ständig. Deshalb müssen wir das ganze Unternehmen zukunftsgerichtet aufstellen. Dafür ist ein Kulturwandel in allen erforderlich. Im Grunde geht es um einen Change-Management-Prozess. Wir müssen unsere Denkweise
und unseren Blickwinkel verändern. Und zwar auf die Sichtweise des Kunden. Wenn wir unseren Kunden nicht erreichen, dann ist alles, was wir danach machen, eigentlich nur Makulatur.

 

Kundenorientierung heißt bei Bünting aber nicht nur Fokussierung auf den Endkunden. Es geht vielmehr um eine ganzheitliche Betrachtung. So gesehen, hat unser Unternehmen mit seinen Mitarbeitern in den Verbrauchermärkten und Filialen, in den Verwaltungseinheiten, der Logistik und den Supportabteilungen etc. auch interne Kunden.

Markus Buntz, Vorstandsvorsitzender, Unternehmensgruppe Bünting
Markus Buntz, Vorstandsvorsitzender, Unternehmensgruppe Bünting

 

Um unsere Kunden auch in Zukunft optimal zu erreichen denken wir auch über neue Geschäftsformen nach, zum Beispiel in Richtung virtuelle Regalverlängerung, soziale Netzwerke, Big Data, Data Mining, Kundenanalyse und Beacon-Technologie.

 

Aber grundsätzlich heißt es für uns bei Bünting vor allem, dass wir unsere Rahmenbedingungen kennen, die nötige Unternehmenskultur schaffen und den Kunden in den Mittelpunkt – all unserer Überlegungen und Prozesse – stellen müssen.

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Symposium Feines Essen + Trinken
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