26.02.2019 von Symposium Feines Essen + Trinken in PoS

Start-ups im LEH – Meinungen und Praxistipps

Wozu brauchen Einzelhändler Food-Start-ups? Wie werden Start-ups gefördert und was sollten Sie beachten, wenn sie nachhaltig in den Markt eintreten wollen? Meinungen und Praxistipps von drei Einzelhändlern und drei Start-up-Gründern.

Einzelhändler wollen den Einkauf durch das Angebot neuer Produkte „zu einem Erlebnis“ machen. Deshalb treten Sie gerne in den Dialog mit Start-ups. Derzeit werden aber sehr viele Start-ups gegründet, sodass die Einzelhändler nicht allen eine Plattform geben können. Das Überangebot macht es auch schwer sich für die richtigen zu entscheiden.

Nach Meinung der Lebensmitteleinzelhändler müssen sich Start-ups nicht nur durch eine gute Idee, sondern auch durch Schnelligkeit auszeichnen. Ein Start-up sollte nach einer Anfrage des Einzelhandels die Produkte in erforderlicher Menge innerhalb von zwei Wochen liefern können, sodass innerhalb eines halben Jahres bereits die ersten Ergebnisse zur Nachfrage vorliegen. So kann der Händler entscheiden, ob er das Produkt weiterhin vertreibt.

„Von zehn Start-ups scheiden durchschnittlich sieben nach drei Monaten aus, weil sie kein festes Konzept und keinen Produktionsplan haben. Derartige Unternehmen möchten mit einer Idee lediglich zu schnellem Geld kommen.“ 

Guido Empen, Geschäftsführer, aktiv-markt M. Gebauer GmbH

Was tun, wenn die Idee da, aber die Struktur noch nicht durchdacht ist? Dann können sich Start-ups für das „Foodstarter“-Programm registrieren. Hier wird man als ausgewählter Gründer in den unterschiedlichsten Bereichen unterstützt, sei es in finanzieller Hinsicht oder bei der Berechnung von Qualitäts- und Mengenversprechen. Wichtig ist hierbei, dass der Händler „ein gutes Bauch-gefühl“ für vielversprechende Start-ups hat.

Außerdem ist das Produkt nicht der ausschließliche Erfolgsfaktor: Für Start-ups gilt es, bei der Vorstellung beim Händler alle relevanten Informationen vorlegen zu können, u.a. Salesordner und Traffic-Zahlen. Auch sollte man die eigene Zielgruppe sehr gut kennen, um mit den Händlern gezielt Marketingtools wie Influencer-Marketing oder Handzettelwerbung einsetzen zu können.

Merkzettel für Start-ups im LEH:

Produktqualität 
„Wenn ein Produkt nicht gut schmeckt, dann kauft es keiner.“ weiß vor allem Baris Özel Gründer der Bugfoundation, die mit schmackhaften Insektenburgern eine neue Nische geschaffen haben.

Story-Telling
„Wir haben eine Geschichte zu erzählen, die hinter dem Produkt steht, die Menschen interessiert das.“ Für Baris Özel ist das ein Vorteil gegenüber den Großkonzern-Marken.

Ein authentisches Konzept
„Es ist wichtig, dass man lebt und liebt, was man macht.“ sagt Arne Rohlfs der mit Estancia Verde Rohstoffe aus Entwicklungsländern anbietet und selbst sämtliche Prozesse, von der Schulung der Produzenten über den Anbau bis hin zum fertigen Produkt, kontrolliert.

Bereitschaft zur Weiterentwicklung
„Die Kunden wollen keine Standard-Produkte mehr, sondern Abwechslung. Man muss agil und innovativ sein und seine Produktlinie der Nachfrage entsprechend korrigieren können.“ sagt der Gründer von Just Spices Béla Seebach.

 
Keywords in diesem Beitrag:
  • LEH
  • Listung
  • Praxistipps
  • Start-Ups
Symposium Feines Essen + Trinken
Symposium Feines Essen + Trinken

Weitere Artikel aus dem Ressort