17.01.2020 von Symposium Feines Essen + Trinken in Shopper-Trends

Transparente Kommunikation im Bereich Nachhaltigkeit

Eine gesunde Ernährung wird für Konsumenten immer wichtiger. Die gewohnten Grundnahrungsmittel aus Weißmehl werden hinterfragt und nach Alternativen mit mehr Nährstoffgehalt gesucht. Veganer suchen nach einem proteinreichen Ersatz von tierischen Produkten. Plant-based- und Low-Carb-Nahrungsmittel liegen im Trend. Gluten-Unverträglichkeiten werden immer häufiger. Die Shopper legen zudem mehr Wert auf eine nachhaltige und ressourcenschonende Herstellungsweise.

„What is the future of our food?“
Inga Steuwe, Co-Founder & Head of Marketing, EDAMAMA GmbH

„What is the future of our food?“ diese Frage stellt Inga Steuwe, Co-Founder & Head of Marketing, EDAMAMA GmbH, zu Beginn ihres Vortrags den jungen Führungskräften des Take-off Nachwuchskongresses. Bedingt durch Generationswechsel, Werteverschiebung und Klimawandel, ist die Nachfrage nach gesunden, nachhaltigen Produkten gestiegen, die zudem faire Lieferketten nachweisen können. Als Antwort auf die veränderten Bedürfnisse der Shopper hat EDAMAMA eine bohnenbasierte Pasta-Variante entwickelt, die eiweiß- und ballaststoffreich und zudem völlig glutenfreie ist. Die Referentin erklärt, dass die Produktion von Fleisch belastender ist für die Umwelt als die Produktion von Bohnen. Weniger Wasserverbrauch, kleinere Agrarflächen und ein geringerer CO²-Ausstoß sind die Vorteile des pflanzlichen Eiweißträgers. Steuwe zufolge interessieren sich die Konsumenten zunehmend dafür, wo die Produkte herkommen und unter welchen Bedingungen sie gefertigt wurden. Transparente und faire Lieferketten spielen verstärkt eine Rolle bei Kaufentscheidungen. Die Bohnen zur Herstellung ihrer Nudeln erhält EDAMAMA aus kontrolliert biologischem Anbau aus dem nördlichen China. Dort wird die alternative Pasta zu fairen Preisen und Arbeitsbedingungen vor Ort hergestellt. Wegen der übersichtlichen Größe des Unternehmens sind die Prozesse einfacher zu kontrollieren und anzupassen als bei einem Großkonzern. Die Macher von EDAMAMA legen Wert darauf, einen Shared Value im Produktionsland zu kreieren. Man will nicht nur Rohstoffe günstig einkaufen, sondern vor Ort einen Mehrwert erzeugen. Im Anschluss legt Steuwe die Vermarktungsstrategie dar, in der sich Online und Offline-Kommunikation gegenseitig ergänzen. EDAMAMA legt Wert darauf, die Herkunft der Produkte über seine Online-Kanäle transparent zu kommunizieren. Die meisten Shopper orientieren sich beim Kauf anhand der Informationen direkt am PoS, sowie auf der Verpackung und an Siegeln. Die Konsumenten haben oft nicht die Zeit oder das Bedürfnis, sich tiefergehend zu informieren. Für alle, die dennoch weitere Informationen suchen, bietet EDAMAMA zusätzliche Informationen über QR-Codes und Displays an. Hier könnten Interessierte Kommentare und Feedback hinterlassen. Ein geringer Teil der Verbraucher besucht auf der Suche nach detaillierteren Informationen zusätzlich die Webpage. Steuwe zufolge befindet sich im Bereich transparente Kommunikation ein Start-up – das bei seiner Gründung bereits nachhaltige Konzepte integriert hat – im Vorteil gegenüber etablierten Konzernen. In einem kleineren Unternehmen laufen die Produktionswege direkter und können dank persönlicher Kontakte authentisch kommuniziert werden. Auf Probleme in der Lieferkette kann flexibler und schneller reagiert werden. Es gelte zudem eine gewisse Nachsichtigkeit gegenüber einem Start-up, der Perfektionsdruck ist nicht so hoch wie bei etablierten Konzernen.

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  • Kommunikation
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Symposium Feines Essen + Trinken
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