07.02.2019 von Symposium Feines Essen + Trinken in Shopper-Trends

Vegane Transformation – Geld verdienen ohne Massentierhaltung

Mit fleischloser Ernährung haben wir die Chance auf eine bessere Zukunft. In Deutschland sind schon zahlreiche Unternehmen auf den Veggie-Zug aufgesprungen. Das ist der erste Schritt in die richtige Richtung.

Die Pionierunternehmen, insbesondere der deutschen Lebensmittelindustrie, leisten jetzt schon vorbildliche Arbeit, die hoffentlich auch weltweit zu einem Umdenken führt: Wenn vegane Produkte schmecken, helfen sie Verbraucherinnen und Verbrauchern und damit der Gesellschaft, in der wir leben, Dinge zu optimieren – zum Wohle aller.

Wenn man gegen Windmühlen anredet, begeistert es einen zutiefst, wenn eine solche Mühle, zum Beispiel die Rügenwalder Mühle, sich aufrafft und pflanzliche Lebensmittel produziert. Don Quichotte hatte es schwerer.  
Christian Vagedes, Vorsitzender der Veganen Gesellschaft Deutschland

Christian Vagedes, Vorsitzender der Veganen Gesellschaft Deutschland

Fleisch und alle anderen nicht veganen Lebensmittel zu produzieren, setzt Gewalt voraus, und zwar Gewalt bis zum Tod. Es hat keinen einzigen Zeitpunkt in der Weltgeschichte gegeben, in dem Milliarden Tiere wie heute überall auf dem Planeten eingesperrt werden. Damit muss Schluss sein! Für mich ist – als Vorsitzender der Veganen Gesellschaft Deutschland – die neue vegane Ernährungsweise kein Trend, sondern „das große neue Thema und nicht nur die Mode der Saison“.

Charles Darwin, Alexander von Humboldt und Rudolf Steiner sind nur drei von vielen Menschen, die schon früh erkannt haben, dass sich der Mensch durch die Massenproduktion tierischer Lebensmittel nur selbst schadet. Der Mensch ist durch diese Massenproduktion – und das verdrängen wir immer sehr gerne – selbst bedroht. Denn nicht vegane Nahrung belastet die Weltmeere und Trinkwasserreserven nicht nur, sondern zerstört sie. Monatlich werden Regenwaldflächen vernichtet, die so groß sind wie ein Fußballfeld.

Und was können wir dagegen tun?

Als Verleger des veganmagazins bin auch ich an Umsatz interessiert. Trotzdem müssen wir zusätzlich über unseren Tellerrand hinausblicken. Auf längere Sicht wird, im Bereich der Lebensmittel, nur die vegane Transformation die Lösung sein. Vegane Transformation bedeutet, bisherige Lebensmittel, an die wir uns gewöhnt haben, zu veganisieren: Zukünftig wird das was unsere Enkelkinder kennen und lieben gewohnheitsmäßig Vegan sein – die Wurst, der Käse, der Joghurt, der Quark und vieles mehr.

Wir müssen aber auch ganz neue Lebensmittel erfinden, wie zum Beispiel das Invitro-Fleisch. Damit könnte man zukünftig auch die letzten Fleischextremisten überzeugen, ein Produkt zu genießen, für das kein Tier sterben musste.

Geld verdienen kann man auch mit Produkten, die niemandem wehtun

 Um Gewinne zu erwirtschaften ist es inzwischen technologisch nicht mehr nötig, Tiere weiterhin zu quälen. Vegane Nahrung, die schmeckt und beliebt ist, wirkt in Zukunft nicht nur Nachhaltig auf unsere Umwelt: Wenn wir dafür sorgen, dass vegan eine menschliche Lebensweise und nicht nur ein Trend ist, steigen auch die Margen für vegane Produkte.

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Symposium Feines Essen + Trinken
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